vor fremden blicken

Nachbarschaft – jeder von uns erlebt sie. Der Raum ist aufgeteilt, es gibt ein Nebeneinander – mehr oder weniger friedlich. Zäune, Hecken, Mauern werden errichtet, um das eigene Reich zu schützen. Sie geben Sicherheit, fördern Distanz und verhindern den Einblick in die Privatsphäre. Die Ausformungen unterscheiden sich und haben doch etwas Übermächtiges, Abweisendes gemein.

Zu diesem Umstand passt das Abwenden der Personen, ein Nicht-fotografiert-werden-wollen, ein vehementes Pochen auf Datenschutz – ein Paradoxon in einer Zeit der andauernden Bilderflut, in der das Private längst auch eine andere Dimension bekommen hat. Über „Selfies“ wird alles Private auch öffentlich, freilich auf sehr oberflächliche und flüchtige Art und Weise. 2016 - 2017.