mein auto

Formal entscheidet sich Werner Neururer für ein vertikales Triptychon, bei dem jeweils ein Männerporträt im Zentrum steht, das oben und unten von Straßenausschnitten mit bewegten Fahrzeugfragmenten flankiert wird.

Es handelt sich bei dieser Serienarbeit um eine konzeptionelle Prozessarbeit: Der Fotograf positioniert sich in einem Zeitraum von über einem Jahr an der Inntalautobahn, um Fahrzeuglenkern, welche auf der Strecke eine kurze Pause einlegen, zu porträtieren und temporär eine Komplizenschaft einzugehen.

Indizien wie gefahrene Streckenabschnitte, Kilometerstand, PS und Baujahr des Wagens geben Auskunft über das Vehikel und indirekt über den Lenker selbst. Die Persönlichkeit tritt in den Hintergrund und nüchterne Fakten einer Maschine werden zum Ersatz von Charakterbeschreibungen.

Durch die bewegten Bilder der lackierten Oberfläche wird zudem die Flüchtigkeit und Austauschbarkeit temporärer Begegnungen in einer von Schnelllebigkeit geprägten Zeit angeschnitten.

(Lisa Trockner im Ausstellungskatalog "minimum")

2010 - 2011.